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Casa C-2.111B ein Großobjekt des MHM-Gatow in der Ausstellung „De Aanval, Mai 1940“ in Rotterdam

opbouwDeAanval webIn Kooperation zwischen dem Museum Rotterdam, dem Stadtarchiv Rotterdam und dem Militärhistorischen Museum Flugplatz Berlin-Gatow entstand eine Sonderausstellung über den Angriff auf die Stadt Rotterdam durch die Luftwaffe der Wehrmacht vor 75 Jahren. Die Ausstellung zeigt aus unterschiedlichsten Perspektiven die Geschehnisse im Mai 1940.

Das Großobjekt Casa C-2.111B, ein spanischer Lizenzbau der Heinkel He 111 H 16, bildet das Leitobjekt dieser Ausstellung. Die Heinkel He 111 war ein zweimotoriger, freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise. Entworfen als schnelles Verkehrsflugzeug diente dieser Flugzeugtyp als Standardbomber der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Den Vertrag zum Lizenzbau der He 111 schloss Spanien im Jahre 1939. Die spanische Luftwaffe nutzte diese Flugzeuge bis Ende der 1960er Jahre.

Im Jahr 1969 erhielt das Luftwaffenmuseum Uetersen/Appen eine Casa als Geschenk der spanischen Regierung. Zum Übergabezeitpunkt war das Luftfahrzeug nicht mehr flugtauglich und besaß eine deutsche Tarnlackierung und spanische Hoheitsabzeichen. Vermutlich Anfang der 1970er Jahre wurde das Luftfahrzeug mit den deutschen Kennzeichen G1 + AD versehen und bis 1993 in der Ausstellung in Uetersen/Appen präsentiert. Die Größe des Objektes erforderte nach dem Umzug des Museums von Uetersen nach Berlin in den Jahren 1994-1995 zunächst seine Einlagerung im Museumsdepot. Durch den Transport von Uetersen/Appen nach Berlin waren außerdem zahlreiche Deformationen entstanden.

Die Casa zerlegt auf verschiedenen Transport-LKWFür das Ausstellungsprojekt „De Aanval“ in Rotterdam kam die Casa im Jahr 2014 in die Restaurierung. Voruntersuchungen der Farbfassung des Objektes zeigten unterhalb des obersten Farbanstriches mehrere Farbschichten aus früheren Einsatzzeiten. Die Restaurierungsmaßnahmen zielten deshalb auf die Sicherung des überlieferten Bestandes. Nach der Reinigung des Objektes erfolgte die Rückformung von Deformationen. An zahlreichen Stellen auf dem Bespannstoff und am Rumpf hatten sich über die Jahrzehnte Farbschollen abgelöst, sodass ein ungleichmäßiger fleckiger Gesamteindruck entstand. Diese Fehlstellen wurden farblich an die überlieferte letzte Lackierung angepasst. Um das Luftfahrzeug in ca. drei Meter Höhe präsentieren zu können, konstruierte und fertigte das Ingenieurbüro Kern ein dreiteiliges Ständersystem. Die Anschlagspunkte für die Ständer sind die Teilungsbereiche der Tragflächen und das Spornfahrwerk.

Die Cockpitinstrumente der Casa besitzen radioaktive Leuchtfarben, welche den Piloten die Erkennbarkeit der Skalen bei Dunkelheit ermöglichten. Diese aus heutiger Sicht genehmigungsbedürftigen radioaktiven Instrumente wurden für den Transport ausgebaut, separat transportiert und in Rotterdam wieder ins Flugzeug eingebaut.

Ein Teil des Transportes erfolgte über den Schiffsweg

Weiteres Hauptaugenmerk lag auf dem Transport, welcher möglichst schädigungsfrei erfolgen sollte. Zur Vorbereitung des Transportes wurden am Flugzeug die Tragflächen, die Luftschrauben, die Querruder und der komplette Leitwerksbereich demontiert und in Kisten verpackt. Die Tragflächen erhielten jeweils ein separates Transportgestell. Der Rumpf blieb unverpackt und bildete damit das größte und empfindlichste Versandstück. Die günstige Lage des Ausstellungs-Gebäudes im Rotterdamer Waalhaven ermöglichte für die Hauptstrecke einen langsamen und schwingungsarmen Schiffstransport. Vom Museum in Berlin-Gatow bis zum Hafen in Wustermark erfolgte der Transport mit vier Fahrten von Sattelzügen und einer Fahrt eines Tiefbettsattelaufliegers für den Rumpf. Von Wustermark nach Rotterdam „reiste“ das Objekt per Schiff.

Da selbst das große Hallentor des Rotterdamer Ausstellungsgebäudes zu klein für die Einbringung des Flugzeuges war, erfolgte die Montage mittels eines 70-Tonnenkrans direkt in der Ausstellungshalle durch das Team der Restaurierungsabteilung.

Für Besucher ist die Ausstellung in Rotterdam vom 30.04. bis 25. 10. 2015 geöffnet.

 

  

L. Strobach

Dipl.Rest. (FH)

 

Fotos:

(1) Die Casa in der Ausstellung in Rotterdam, Rob Noordhoek, Rotterdam Museum

(2) Die Casa zerlegt auf Transport-LKW auf dem Flugplatz Berlin-Gatow, Ralf Heldenmaier, MHM-Gatow

(3) Verladung des Flugzeuges am Havel-Port Wustermark, Ralf Heldenmaier, MHM-Gatow

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