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Von der Junkers F13 zum Airbus A380
25. Mai bis 23. September 2007

Das Luftwaffenmuseum der Bundeswehr und die Gesellschaft zur Bewahrung von Stätten deutscher Luftfahrtgeschichte e. V. (GBSL) präsentieren erneut eine Sonderausstellung, die sich unter dem Thema „Von der Junkers F 13 zum Airbus A380" der Geschichte der Entwicklung der deutschen Verkehrsflugzeuge von den Anfängen im Jahr 1919 bis heute zuwendet.

In der von der GBSL gestalteten Ausstellung wird die Geschichte der Entwicklung deutscher Verkehrsflugzeuge, beginnend beim ersten deutschen Linienverkehr im Februar 1919 mit provisorisch hergerichteten ehemaligen Militärflugzeugen der kaiserlichen Luftstreitkräfte auf der Strecke Berlin-Weimar präsentiert.

Der Bogen spannt sich über den Einsatz des ersten Ganzmetalleindecker-Verkehrsflugzeuges, der berühmten Junkers F 13 (ein Metall-Großmodell aus den 1930er Jahren wird gezeigt) und über die Staaken E 4/20 von Rohrbach, ein Verkehrsflugzeug, welches 1920 seiner Zeit weit voraus war, bis zu den ersten modernen Langstrecken-Verkehrsflugzeugen im Einsatz der Deutschen Lufthansa wie z.B. der Focke-Wulf Fw 200 „Condor". Ein besonderer Blickpunkt ist das 5 kg schwere Metallmodell des Riesenflugbootes Dornier Do-X, welches bei einem seiner Flüge bereits über 160 Personen beförderte.

Nach einem schwierigen Neubeginn nach 1945 waren erste Projekte beiderseits des „Eisernen Vorhangs" aus den verschiedensten Gründen wenig erfolgreich, einerseits das Projekt des vierstrahligen Verkehrsflugzeuges 152, andererseits die VFW 614.

Erst das Zusammengehen auf europäischer Ebene – von Industrie und Politik in Deutschland und Frankreich initiiert und getragen – brachte den Durchbruch: die Flugzeugfamilie von Airbus.

Nahezu alle wichtigen Baumuster dieser gesamten Entwicklung werden im Modell gezeigt, Fotos, Dokumente und erläuternde Texte auf 50 Tafeln widerspiegeln die Faszination, aber auch die Kompliziertheit des Prozesses und ermöglichen es dem Betrachter, den Weg von den Anfängen an zu verfolgen.

Die 1991 gegründete GBSL hat es sich als Ziel gesetzt, Stätten und Sachzeugen, die mit der deutschen Luft- und Raumfahrtgeschichte verbunden sind, gegenständlich oder ideell zu bewahren und soweit dies vertretbar ist, bei der Erhaltung des Denkmalwertes von Stätten mitzuwirken. Dazu gehören Flugplätze, Industriebauten, Fluggerät und andere Erinnerungsstücke einschließlich der entsprechenden Dokumentationen. Unter anderem hat sie einen Katalog erarbeitet, der über 3.000 dieser Stätten auflistet, der laufend ergänzt und erweitert wird.

Der ´Volksjäger' Heinkel He 162 im Jahr 1945 – Stationen der Hochtechnologie und Zwangsarbeit im heutigen Land Mecklenburg-Vorpommern
11. Oktober 2007 bis 2. März 2008

In den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges verstärkte sich der Luftkrieg über Deutschland. Dutzende Städte versanken in Schutt und Asche. Die deutsche Luftwaffe konnte den englischen und amerikanischen Flugzeugen immer weniger widerstehen.

In dieser Situation gelang es der deutschen Seite erste Düsenflugzeuge einzusetzen. Technologisch war den Deutschen ein Durchbruch bei der Entwicklung von Hoch-geschwindigkeitsflugzeugen gelungen, auf dem viele Entwicklungen militärischer und ziviler Technik bis heute beruhen. Zunächst erschienen die zweistrahligen Messerschmitt Me 262 als Bomber und Jäger, dann einige wenige Arado Ar 234, ebenfalls als zweistrahlige Bomben- und Aufklärungsflugzeuge. Buchstäblich in den letzten Wochen vor Kriegsende startete das kleine einstrahlige Jagdflugzeug Heinkel He 162.

Den Kriegsausgang konnten diese ersten einsatzreifen Düsenmaschinen nicht beeinflussen.

Der Heinkel-Jäger war in kurzer Zeit entworfen worden, basierte auf einer einfachen Konstruktion und wirkte sogar mit dem auf dem Rumpf befestigten Triebwerk noch elegant.

Von der Konstruktion bis zum Serienbau verging weniger als ein halbes Jahr. Das oftmals beschworene „Heinkeltempo" erlebte hier seinen Höhepunkt.

Für die Projektentwicklung, die Erprobung, die Produktion und den Einsatz jenes Jagdflugzeuges spielten Betriebe und Einrichtungen eine entscheidende Rolle, die auf dem Gebiet des heutigen Landes Mecklenburg-Vorpommern gelegen waren oder hier ihren Ursprung hatten.

Dieses Flugzeug hatte seinen Preis, rein rechnerisch und moralisch. Die Produktion erfolgte an mehreren Standorten unter hohem materiellen und logistischen Aufwand. Hunderte von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen verloren für die He 162 noch wenige Wochen vor dem Kriegsende ihr Leben.

Diese Ausstellung möchte beide Seiten der Geschichte dieses Flugzeuges zeigen.

Geschichte der Luftfahrzeugantriebe
11. Oktober 2007 bis 31. Oktober 2008

Deutsche Jüdische Soldaten
17. April bis 31. August 2008

Die Ausstellung »Deutsche Jüdische Soldaten« behandelt auf 69 Bildtafeln das Schicksal jüdischer Soldaten in Deutschland von der Epoche der Judenemanzipation zu Anfang des 19. Jahrhunderts bis zum Zeitalter der Weltkriege. Im Zentrum steht dabei der Zusammenhang zwischen Integration bzw. Ausgrenzung auf der einen sowie dem Militär bzw. dem Militärdienst auf der anderen Seite. Im Jahr 1996 wurde die Ausstellung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes in Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam und dem Centrum Judaicum Berlin neu gestaltet und am 2. Dezember im Brandenburgischen Landtag in Potsdam eröffnet. Seitdem wird sie im gesamten Bundesgebiet gezeigt und stößt dabei auf großes Interesse. Wird heute an jüdisches Leben in Deutschland erinnert, so gerät unweigerlich der unter NS-Herrschaft verübte Völkermord in den Blick. Dem Mord ging der Rufmord voraus. Zu diesem zählte die durch die Verfolger betriebene Leugnung des Militärdienstes deutscher Juden. Der die Integration anstrebenden jüdischen Bevölkerungsgruppe aber war dieser Dienst Teil ihres Selbstverständnisses. An diese durch die Verfolgung geschwärzte Perspektive knüpft die Ausstellung an. Nicht von ungefähr war gleichzeitig mit der beginnenden Emanzipationsdiskussion im ausgehenden 18. Jahrhundert die Frage des Militärdienstes deutscher Juden aufgeworfen worden.

Fortan sollten die Juden gleich dem nichtjüdischen Bevölkerungsteil die Last des Militärdienstes tragen. Schließlich fiel die erstrebte rechtliche Gleichstellung zusammen mit der deutschen Reichsgründung 1871, deren Umstände dem Militär einen herausragenden gesellschaftlichen Stellenwert verschafften. Während indes die jüdische Bevölkerungsgruppe weiterhin ihren Anteil am Militärdienst leistete, zeichnete sich immer stärker eine unheilvolle Verbindung von Antisemitismus und Militarisierung ab. In Folge des Ersten Weltkrieges, der "Urkatastrophe des Zwanzigsten Jahrhunderts", erhielt jene Verbindung eine Massenbasis. Sie verhalf den Nationalsozialisten zur Macht, gegen deren Verfolgung sich die Berufung auf den noch so loyal geleisteten Militärdienst der deutschen Juden - im Ersten Weltkrieg waren es 100.000 - als machtlos erweisen sollte. Die Ausstellung schließt mit einer Abbildung der Zufahrt in das Vernichtungslager Auschwitz.

Zur Ausstellung ist ein wissenschaftlicher Begleitband mit zahlreichen Abbildungen erschienen, der über den Buchhandel bezogen werden kann: Deutsche Jüdische Soldaten. Von der Epoche der Emanzipation bis zum Zeitalter der Weltkriege. Eine Ausstellung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes in Zusammenarbeit mit dem Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam und dem Centrum Judaicum Berlin. Hamburg, Berlin, Bonn: Verlag E.S. Mittler u. Sohn, 1996.

Gunther Plüschow - ein Flugpionier
17. Oktober 2008 bis 1. März 2009

Gunther Plüschow - das „Auge von Tsingtau" ,der Flugpionier, der Forscher und Entdecker.

Bis heute erinnern diese Schlagworte an die Leistungen von Gunther Plüschow (1886-1931), der im Ersten Weltkrieg als Marineflieger durch abenteuerliche Einsätze bekannt wurde und der ab 1928 auf Expeditionen in Südamerika Einmaliges leistete.

Plüschow selbst gab in mehreren Veröffentlichungen Einblicke in sein abenteuerliches Leben. Auch seine Dokumentarfilme über die Expeditionen in Südamerika fanden bereits zu Lebzeiten ein breites Publikum. Der 1931 über Patagonien tödlich verunglückte Flugpionier war Ende der 1920er Jahre populär geworden mit seinen riskanten Flugexpeditionen in die Hochregionen Feuerlands und Patagoniens.

Seit seinem Tod 1931 wird den Leistungen Gunther Plüschows in Argentinien und Chile vielfach gedacht und seine Person geehrt.

Auch in Deutschland haben in den letzten Jahren verschiedene Aktivitäten zu einer „Wiederentdeckung" dieses Mannes und seiner Lebensgeschichte beigetragen.

Die Sonderausstellung über das Leben Gunter Plüschows wurde vom AERONAUTICUM in Nordholz in Zusammenarbeit mit dem Luftwaffenmuseum gestaltet. Anhand von Bild/Texttafeln, Dokumenten und Modellen wird sein Leben dokumentiert.